Suchtprävention an der Realschule und Eichendorffschule Donaueschingen

Suchtprävention

Wenn persönliche Erfahrungen mehr bewirken als reine Aufklärung

Wie wirken Drogen auf unser Gehirn? Warum werden Menschen süchtig? Und welche Folgen kann eine Abhängigkeit für das eigene Leben haben? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler aller neunten Klassen der Realschule Donaueschingen sowie der Klassen 7 bis 10 der Eichendorffschule. Zu Gast war Stefan Freytag, besser bekannt als „Freddy“, der mit seinem Fachwissen und seiner persönlichen Lebensgeschichte einen eindrucksvollen Einblick in das Thema Sucht und Drogen gab.

In jeweils zwei Schulstunden erklärte Freddy anschaulich, wie das menschliche Gehirn funktioniert, welche Auswirkungen verschiedene Suchtmittel haben und wie eine Abhängigkeit entstehen kann. Besonders bewegend war seine eigene Geschichte. Offen und ohne etwas zu beschönigen berichtete er von seiner schwierigen Kindheit, seinem früheren Drogenkonsum und den schwerwiegenden Folgen seiner Abhängigkeit. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es möglich ist, sein Leben grundlegend zu verändern. Heute lebt Freddy auf seinem Segelschiff in Panama und steht kurz davor, den Pazifik zu überqueren. Bereits 2010 gründete er das Projekt „Wave 4 Life“, ein Wassersportcamp für drogenabhängige Jugendliche, das bis heute besteht. Dort erhalten junge Menschen die Möglichkeit, neue Perspektiven zu entwickeln, eigene Stärken zu entdecken und wieder Vertrauen in sich selbst zu gewinnen.

Gerade die Verbindung aus fachlichem Wissen und persönlichen Erfahrungen machte die Veranstaltungen besonders wertvoll. Freddy begegnete den Jugendlichen auf Augenhöhe, beantwortete ihre Fragen offen und ehrlich und verzichtete dabei auf den erhobenen Zeigefinger. Auch die Eltern wurden in die Präventionsarbeit einbezogen. Bei einem Elternabend an der Eichendorffschule standen Stefan Freytag und der Schulsozialarbeiter Carsten Ohk für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Am Freitag wurde zusätzlich eine offene Sprechstunde für Schülerinnen und Schüler angeboten, um persönliche Fragen und Anliegen in einem geschützten Rahmen besprechen zu können.

Die Veranstaltungen zeigten, wie wichtig es ist, frühzeitig und offen über Drogen und Sucht zu sprechen. Dabei geht es nicht darum, Ängste zu schüren, sondern Jugendliche zu informieren, zum Nachdenken anzuregen und sie darin zu stärken, verantwortungsbewusste Entscheidungen für ihr eigenes Leben zu treffen.

Ein besonderer Dank gilt der Realschule Donaueschingen, dem Unternehmen ebm-papst sowie dem Förderverein der Eichendorffschule, durch deren Unterstützung dieses wichtige Präventionsangebot ermöglicht wurde.